Ein Hooooch...

auf das pädagogische Gespür und die Kreativität dieser Eltern *ggg*

1.12.06 21:57


Geiselnahme in Gudensberg...

oder: Das konnte doch keiner ahnen...

Bäckerien zählen normalerweise nicht zu den Orten, die ich nicht mag oder die mich in verzwickte Konfliktsituationen bringen. Im Gegenteil: Hefeteilchen, Croissants, Nussschneckchen, Quarkschnittchen - das sind jetzt ganz und gar nicht die Stoffe, aus denen meine Alpträume sind. Gut, vielleicht die meiner Kleidung, wer weiß...

Vielleicht lässt sich das Ganze ja mit der Redensart "Geben ist seliger denn nehmen" erklären, denn in der vergangenen Woche gab ich - mehr oder minder unfreiwillig - meine geliebte Alltagsschleuder für eine Nacht in die Fänge des ortsansässigen Bäckereibetriebes.

Dabei wollte ich ihn doch nur zwei Stündchen dort stehen lassen, auf dem großen, weitläufigen Parkareal, dass sowieso menschen - pardon, autoleer war. Aber irgendwie sollte das nicht sein. Als ich zurückkam, stand der Rüdi dort. Eingesperrt, mit Ketten und Vorhängeschlössern am Verlassen des Areals gehindert. Traurig durch die Scheinwerfer blickend suggerierte er mir, dass es keine Ausweg gebe..."Ihr könnt mich ruhig zurücklassen, ihr schafft es nur ohne mich..." Hollywood is everywhere und so ließ ich einen heldenhaft starken Kleinwagen zurück. Die Nacht war für ihn wahrscheinlich unheimlich lang geworden, ich weiß nicht, was er alles erleben musste.

Glücklicherweise stand er am nächsten Morgen immernoch da, niemand hatte ihn in ein Heim für verlassene Autos gebracht (ihr wisst schon, diese schrecklichen gelben Lastwagen mit der großen Ladefläche und dem Haken am Heck...). Ganz still stand er da, erwartend, die Ausfahrt war schon freigegeben und doch wartete er auf seine Besitzerin, die ihn wieder nach Hause brachte...

nicht ohne sich vorher noch mit Quarkteilchen und Croissants eingedeckt zu haben...
30.10.06 09:16


My personal Eva-Prinzip - extended Version

Heute: die Waschstraße

Die Waschstraße als solche gehört ja nun nicht zum üblichen Territorium der Hausfrau, aber da Waschen ja irgendwie gleich Waschen ist, ähh, nun gut…

Da ich im Moment kein Auto habe und deswegen den Kleinwagen von Schatzi strapaziere, dachte ich mir, ich könnte ihm eine Freude machen, indem ich das matte grau wieder in ein schmuckes schwarz verwandele… gesagt, getan. Uns so sah ich mich nach einigen Hindernissen Aug in Auge mit der Waschstraße des Todes *einBlitzschlagzerstörtdieIdyllederSzenerie*



Ich muss mir ja eingestehen, dass ich bisher ein einziges Mal in meinem Leben ein Auto in eine Waschanlage gefahren habe. Der Käfer wird nur per Handwäsche gesäubert – automobile Rundungen und automatische Waschstraßen vertragen sich nicht so gut. Nichtsdestotrotz fuhr ich guten Mutes zur Tankstelle und bestellte beim Bezahlen der Tankrechnung mit motiviertem Lächeln eimal Basispflege. Wer hätte den ahnen können, das bei der Basispflege Nervenkitzel und Spannung eingeschlossen ist…

Frohen Mutes steuerte ich auf die Waschstraße zu, wollte gerade einparken, da sehe ich einem anderen Auto direkt in die Scheinwerfer…ähem, ich hab dann lieber mal angehalten. Messerscharf überlegt, fix kombiniert und gedacht….gut, dachte ich mir, warteste mal lieber bis der da raus ist. Ein beiläufiger Blick aus der Windschutzscheibe konfrontierte mich dann mit einem metallenen Gebilde, das mir unmissverständlich klarmachte, dass ich dort tunlichst nicht stehen bleiben sollte.



Zudem befand sich ca 10 Zentimeter tiefer ein Zusatzschild mit der Aufschrift „Halteverbotszone“. Na, wenn das nicht selbsterklärend ist…

Unterdessen war ich auf die gerissene Idee gekommen, irgendwie von der anderen Seite auf die Waschanlage zuzufahren. Der Fahrer des Cabrios in der Waschanlage machte zwar den Eindruck eines integeren, älteren Mannes, dass er allerdings rückwärts in die Waschstraße gefahren war – das habe ich zu bezweifeln gewagt. Gesagt, getan, also runter von der Tankstelle, die nächste rechts, die nächste wieder rechts…äh ja, Sackgasse…suuuuper. Von der Möglichkeit, das Vehikel durch die angrenzende Hecke zu manövrieren, sah ich ab.

Also wenden – Auto abgewürgt – und wieder zurück zur Tankstelle. Diesmal auf der dafür vorgesehen Fläche. Dann folgte die rettende Erkenntnis! Die Tankstelle ist bis um die Ecke gepflaster….Aha! Also den Motor wieder an, zurückgesetzt – Auto abgewürgt – und ummecke. Da sah ich dann auch den Cabriofahrer sowie direkt vor mir einen Herren mittleren Alters, der sehr engagiert seinen japanischen Familienvan abbrauste. Ich überlegte mir indem Moment, dass – falls das Abbrausen in der Basispflege mit inbegriffen sein sollte – ich das definitiv nicht tun werde… schon allein, weil ich keinen Neoprenanzug dabeihatte…

Ich begann also zu warten…5 Minuten….7 Minuten…der ältere Herr mit dem Cabrio war unterdessen in die Waschstraße verschwunden und auch auf der hinteren Seite der Waschstraße nicht mehr aufgetaucht… der Mann vor mir brauste jedoch unbeirrt weiter… weitere 7 Minuten später nahm ich all meinen Mut zusammen, steig aus, näherte mich von hinten dem hochdruckreinigenden KFZ-Fahrers und fragte, ob er auch zur Waschstraße anstehe. Nachdem er dies verneint hatte, konnte ich dann endlich auch in die Waschstraße und das Auto säubern lassen. Dass die Wassergitter in diesen Anlagen so angebracht sind, dass es mir schwer fällt, die Antenne abzudrehen ohne mich komplett dreckig zu machen, halte ich für reine Schikane.

Aber – entgegen jeglichen Hindernissen – habe ich dieses Abenteuer auch bewältigt.

Gute Nacht,
das.maerchen
20.10.06 22:55


My personal Eva-Prinzip – Eine Feldstudie

Unlängst klärte uns Eva Herman mit ihrem Werk "Das Eva-Prinzip für eine neue Weiblichkeit" (Stern.de verichtete ) auf – wir gehören also ins Haus, hinter den Herd. Die Frau als Hüterin der Geborgenheit und Keimzelle des familiären Glückes.

Nun, werte Leserschaft, da ich kürzlich das Hotel Mama verlassen habe und mich nun in den großen Dschungel der richtigen, echten, unabhängigen Erwachsenen gewagt habe, kam ich auf eine verwegene Idee. Schatzi ist beruflich zur Zeit schwer eingespannt, ich habe Semesterferien, die neue Wohnung ist halbfertig (man kann schon gut drin wohnen, aber es fehlt noch System…) und schreit mit einer Größe, die etwa drei bis viermal so groß ist wie mein bisheriges Zimmer, nach kittelbeschürzten, lockenwicklerbestückten und beherzt wischmoppenden Kräften (um mal beim Image von Frau Herman zu bleiben).

Sie sehen, worauf es hinausläuft, werte Leserschaft, im Folgenden werde ich die Thesen von Frau Herman mit meinen Erfahrungen als Neu-Hausweibchen vergleichen. Bevor Sie es jetzt einwerfen, ja, ich weiß, laut Frau Herman müsste ich nebenher noch einige Kinder großziehen, wohl noch den ein oder anderen Golden-Retriever versorgen sowie jeden Sonntag eine Buttercremetorte fabrizieren, die jeden Konditor vor Neid erblassen lassen würde. Das ging mir dann doch ein wenig zu weit

Beginnen wir nun mit dem ersten Teil meiner Feldstudie:


Part One: Kochen
Kochen an sich ist ja nun nicht verkehrt. Jeder Mensch sollte ab und an etwas essen. Dem stimme ich durchaus zu, meine ersten Versuche in der großen Welt der Bioleks und Olivers waren durchaus..äh, wie sage ich es am besten… spektakulär.

Fangen wir an mit dem ersten Gericht. Was macht man als Kochneuling… Creme brulee oder doch Carpaccio? Nein, der Gipfel der Haute Cuisine in der heimischen Küche war mit Nudeln erreicht. Das Kochen von Nudeln klingt fürs erste zwar wenig aufregend, aber – werte Leserschaft – Sie haben ja keine Ahnung, was mir widerfahren ist.



Während die Nudeln freundlich im blubbernden Wasser tänzelten, widmete ich mich einem Text über Trümmerliteratur….Trümmerliteratur wäre auch das Genre, dem eine Beschreibung des Szenarios in der Küche zugeordnet worden wäre. Denn als ich das nächste Mal aufblickte, guckten mir die Nudeln schon über den Topfrand entgegen und planschten – von einem merkwürdigen, zischenden Geräusch und einer atemberaubenden Nebel-Effektshow begleitet – weiter. Aber man lässt sich ja nicht beirren, nimmt den Strom von der Herdplatte und hält den Topf mit großer Ausdauer und dem kontinuierlichen Ausstoßen von Flüchen in 10 Zentimeter Höhe über der noch unheimlich heißen Herdplatte. Die Feststellung, dass der junge, unbedarfte Haushalt weder Topfuntersetzer noch Topflappen besitzt, folgt auf dem Fuße. Super.



Was soll ich dazu sagen, das Ganze endet damit, dass ich lustlos in einer Instand-Tomatensauce rühre und beschließe, gleich in den nächsten Supermarkt zu fahren und Chicken-Nuggets zu kaufen. Die können die Küche garantiert nicht unter Wasser setzen. Nachdem ich diese Idee in die Tat umgesetzt habe und doch teilweise zufrieden schlafen gegangen bin, träume ich, dass ein großer Vogel auf dem Fensterbrett sitzt und versucht, mit seinem Schnabel die Scheibe einzuschlagen. Ich wache auf, verwerfe den Plan mit den Chicken-Nuggets und suche mir ein absolut ungefährliches Lebensmittel: Kartoffelpüree.
6.10.06 20:45


Eigentlich...

eigentlich hatte ich vor, erstmal meine Prüfung zu überstehen und anschließend ganz entspannt zu den Nadeln zu greife, um diese Stola zu stricken. Gut, nicht ganz so filigran sollte sie werden, die Nadel-Garn-Kombi 7er Bambus und Baby Kid von Lana Grossa schwebte mir da eher vor.

Was soll ich sagen, eigentlich sollten die drei Knäuel noch unberührt im Schrank liegen und auf nächste Woche warten, aber wie das eben so ist, wenn man eindeutig an der Nadel hängt...





Ich muss sagen, das Muster ist - nach leichten Anfangsschwierigkeiten ohne Brille - gut zu stricken und er wächst beständig. Naja, aber jetzt muss die Nadel wirklich mal ruhen, die Prüfung ist ja nun wichtiger *seufz*

Das wars dann erstmal wieder, ich verbleibe mit nadelnden Grüßen
das.maerchen
4.10.06 21:29


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