My personal Eva-Prinzip – Eine Feldstudie

Unlängst klärte uns Eva Herman mit ihrem Werk "Das Eva-Prinzip für eine neue Weiblichkeit" (Stern.de verichtete ) auf – wir gehören also ins Haus, hinter den Herd. Die Frau als Hüterin der Geborgenheit und Keimzelle des familiären Glückes.

Nun, werte Leserschaft, da ich kürzlich das Hotel Mama verlassen habe und mich nun in den großen Dschungel der richtigen, echten, unabhängigen Erwachsenen gewagt habe, kam ich auf eine verwegene Idee. Schatzi ist beruflich zur Zeit schwer eingespannt, ich habe Semesterferien, die neue Wohnung ist halbfertig (man kann schon gut drin wohnen, aber es fehlt noch System…) und schreit mit einer Größe, die etwa drei bis viermal so groß ist wie mein bisheriges Zimmer, nach kittelbeschürzten, lockenwicklerbestückten und beherzt wischmoppenden Kräften (um mal beim Image von Frau Herman zu bleiben).

Sie sehen, worauf es hinausläuft, werte Leserschaft, im Folgenden werde ich die Thesen von Frau Herman mit meinen Erfahrungen als Neu-Hausweibchen vergleichen. Bevor Sie es jetzt einwerfen, ja, ich weiß, laut Frau Herman müsste ich nebenher noch einige Kinder großziehen, wohl noch den ein oder anderen Golden-Retriever versorgen sowie jeden Sonntag eine Buttercremetorte fabrizieren, die jeden Konditor vor Neid erblassen lassen würde. Das ging mir dann doch ein wenig zu weit

Beginnen wir nun mit dem ersten Teil meiner Feldstudie:


Part One: Kochen
Kochen an sich ist ja nun nicht verkehrt. Jeder Mensch sollte ab und an etwas essen. Dem stimme ich durchaus zu, meine ersten Versuche in der großen Welt der Bioleks und Olivers waren durchaus..äh, wie sage ich es am besten… spektakulär.

Fangen wir an mit dem ersten Gericht. Was macht man als Kochneuling… Creme brulee oder doch Carpaccio? Nein, der Gipfel der Haute Cuisine in der heimischen Küche war mit Nudeln erreicht. Das Kochen von Nudeln klingt fürs erste zwar wenig aufregend, aber – werte Leserschaft – Sie haben ja keine Ahnung, was mir widerfahren ist.



Während die Nudeln freundlich im blubbernden Wasser tänzelten, widmete ich mich einem Text über Trümmerliteratur….Trümmerliteratur wäre auch das Genre, dem eine Beschreibung des Szenarios in der Küche zugeordnet worden wäre. Denn als ich das nächste Mal aufblickte, guckten mir die Nudeln schon über den Topfrand entgegen und planschten – von einem merkwürdigen, zischenden Geräusch und einer atemberaubenden Nebel-Effektshow begleitet – weiter. Aber man lässt sich ja nicht beirren, nimmt den Strom von der Herdplatte und hält den Topf mit großer Ausdauer und dem kontinuierlichen Ausstoßen von Flüchen in 10 Zentimeter Höhe über der noch unheimlich heißen Herdplatte. Die Feststellung, dass der junge, unbedarfte Haushalt weder Topfuntersetzer noch Topflappen besitzt, folgt auf dem Fuße. Super.



Was soll ich dazu sagen, das Ganze endet damit, dass ich lustlos in einer Instand-Tomatensauce rühre und beschließe, gleich in den nächsten Supermarkt zu fahren und Chicken-Nuggets zu kaufen. Die können die Küche garantiert nicht unter Wasser setzen. Nachdem ich diese Idee in die Tat umgesetzt habe und doch teilweise zufrieden schlafen gegangen bin, träume ich, dass ein großer Vogel auf dem Fensterbrett sitzt und versucht, mit seinem Schnabel die Scheibe einzuschlagen. Ich wache auf, verwerfe den Plan mit den Chicken-Nuggets und suche mir ein absolut ungefährliches Lebensmittel: Kartoffelpüree.
6.10.06 20:45
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Casa66/b2b / Website (15.10.06 21:13)
Hey Maren, wie wärs, wenn du dir mal Topflappen häkelst, haben wir damals in der Schule gelernt *G* meine waren damals rosa/weiss... besitzt meine Mutter heute noch *G*


Maerchen / Website (20.10.06 22:58)
die Topflappen sind doch schon längst gehäkelt... einmal Retrostyle (braun, orange, creme) von meiner Omma und einmal blau von mir persönlich gehäklt :D

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