Geiselnahme in Gudensberg...

oder: Das konnte doch keiner ahnen...

Bäckerien zählen normalerweise nicht zu den Orten, die ich nicht mag oder die mich in verzwickte Konfliktsituationen bringen. Im Gegenteil: Hefeteilchen, Croissants, Nussschneckchen, Quarkschnittchen - das sind jetzt ganz und gar nicht die Stoffe, aus denen meine Alpträume sind. Gut, vielleicht die meiner Kleidung, wer weiß...

Vielleicht lässt sich das Ganze ja mit der Redensart "Geben ist seliger denn nehmen" erklären, denn in der vergangenen Woche gab ich - mehr oder minder unfreiwillig - meine geliebte Alltagsschleuder für eine Nacht in die Fänge des ortsansässigen Bäckereibetriebes.

Dabei wollte ich ihn doch nur zwei Stündchen dort stehen lassen, auf dem großen, weitläufigen Parkareal, dass sowieso menschen - pardon, autoleer war. Aber irgendwie sollte das nicht sein. Als ich zurückkam, stand der Rüdi dort. Eingesperrt, mit Ketten und Vorhängeschlössern am Verlassen des Areals gehindert. Traurig durch die Scheinwerfer blickend suggerierte er mir, dass es keine Ausweg gebe..."Ihr könnt mich ruhig zurücklassen, ihr schafft es nur ohne mich..." Hollywood is everywhere und so ließ ich einen heldenhaft starken Kleinwagen zurück. Die Nacht war für ihn wahrscheinlich unheimlich lang geworden, ich weiß nicht, was er alles erleben musste.

Glücklicherweise stand er am nächsten Morgen immernoch da, niemand hatte ihn in ein Heim für verlassene Autos gebracht (ihr wisst schon, diese schrecklichen gelben Lastwagen mit der großen Ladefläche und dem Haken am Heck...). Ganz still stand er da, erwartend, die Ausfahrt war schon freigegeben und doch wartete er auf seine Besitzerin, die ihn wieder nach Hause brachte...

nicht ohne sich vorher noch mit Quarkteilchen und Croissants eingedeckt zu haben...
30.10.06 09:16
 


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